Amok und Gefahren

 

Kommunikation ist entscheidend! Sie kann Leben retten und Gefahrensituationen schneller beenden.

 

Seit 1964 gab es in Deutschland zwölf Amokläufe mit einer hohen Zahl an Toten und Verletzten. Eine Alarmierung fand in allen Fällen frühestens nach dem ersten Opfer statt. Die potenzielle Gefahr eines Amoklaufs besteht immer und überall. Sind Schulen auf den Ernstfall vorbereitet?

Bespiel Winnenden März 2009:

In seiner früheren Realschule in Winnenden bei Stuttgart und auf der anschließenden Flucht erschießt ein 17-Jähriger 15 Menschen und sich selbst. Die Waffe hatte er seinem Vater, einem Sportschützen, entwendet. 11 weitere Menschen werden zum Teil schwer verletzt. Bis zum Eintreffen der Polizei gibt es bereits 8 Tote. Der Täter ist auf dem Weg, das Gebäude durch den Hinterausgang zu verlassen. Das alles nach nur 6 Minuten! 2 Stunden weiß die Einsatzleitung nicht, wer der Täter ist oder wie er überhaupt aussieht. Hier hätte ein modernes Frühwarnsystem das Schlimmste verhindern können.

Unzureichende Sicherheitssysteme sind noch immer die Regel

Trotz der beunruhigenden Faktenlage (s. Fakten) sind Schulen, Kommunen und auch Landesministerien weitgehend auf sich selbst gestellt. Verfassungsrechtlich kann keinerlei Anspruch auf die Installation technischer Schutzanlagen nach dem Stand der Technik geltend gemacht werden.

Prävention und Verhütung von Amokfällen obliegt bisher größtenteils der schulischen Einrichtung selbst. Eine Rechtspflicht dazu besteht indes nicht. Lediglich die sachliche Notwendigkeit hierzu wurde mittlerweile zweifelsfrei erkannt .

Seitens der Kommunal- und/oder Kultuspolitik werden Schulen lediglich aufgefordert, eine Amokkonzeption vorzulegen.

Wo vorhanden, erlauben unzureichende technische Begebenheiten vor Ort zumeist nur eine einseitige Kommunikation (Feueralarm mit anschließender Evakuierung des Gebäudes). Das birgt zusätzliche Gefahren (Fehleinschätzung der Situation!).

Schon bei einer Unterscheidung zwischen Gefahrensituationen, die eine Räumung erfordern oder solchen, die eine Barrikadierung innerhalb des Gebäudes günstiger erscheinen lassen, versagen herkömmliche Notrufanlagen. Die Gewerkschaft der Polizei fordert als Reaktion auf den Amoklauf in Winnenden die Einführung eines flächendeckenden Frühwarnsystems für Schulen. Nur so können für Amokläufe ausgebildete Spezialkräfte der Polizei zeitnah zum Einsatz kommen. Durchschnittlich dauert ein Amoklauf nämlich nur etwa eine halbe Stunde. Interaktive Frühwarnsysteme bieten schon heute eine direkte Verbindung zur Polizeinotrufzentrale, ermöglichen von dort ein Mithören und Interagieren vom ersten Moment an und sind sowohl von Lehrern als auch von Schülern zu bedienen. Doch es muss nicht immer gleich ein Amoklauf sein, der Frühwarnsysteme sinnvoll macht. Gefahrensituationen entstehen überall!

Schutz und Sicherheit an unseren Schulen ist wichtig. Kommunikation ist alles.


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