Übung als Prävention für Amokfälle

 

Polizei, Rettungsdienst, Notärzte und Feuerwehr bereiten sich auf extreme Einsatzsituation vor

Tuttlingen (feu) Als Vorbereitung für einen Amok-Fall haben Polizei, Rettungsdienst, Notärzte und Feuerwehr am Samstag bei einem Workshop einsatztaktische Lösungswege erarbeitet. Bei Amokläufen wie in Erfurt, Winnenden oder Lörrach handelt es sich um schrecklichste Extremsituationen, denen auch die Rettungskräfte ausgesetzt sind. Oft geschieht die Tat in nur wenigen Minuten. Es bleibt also keine Zeit, auf Spezialeinsatzkräfte zu warten und die örtlichen Einsatzkräfte sehen sich vor einer großen Herausforderung.

Eine Amoktat ist nicht mit sonstigen Unglücksfällen zu vergleichen, die Rettungsdienste, Feuerwehr und Polizei oft bei Übungen durchspielen. Im Ernstfall ist entschlossenes Handeln gefordert, um den Amokläufer so schnell wie möglich zu stoppen. Polizeibeamte, in aller Regel aus den Streifendiensten, stehen nun unvermittelt in einer besonderen Stress- und Gefahrenlage. Erst wenn durch deren Einsatz der Täter nicht mehr in der Lage ist, weiter zu schießen, kann die Polizei den Tatort sichern. Erst dann können Notärzte und Rettungssanitäter den Opfern zu Hilfe kommen. Das gilt auch für Feuerwehr und THW. Schnelle medizinische Hilfe muss so lange zurückgestellt werden, bis sicher ist, dass die Retter selbst keiner Gefahr ausgesetzt sind. Das widerspricht eigentlich dem ihrem sonst praktizierten Prinzip der Ersten Hilfe. Gefordert sind deshalb eine hohe Disziplin und Zurückhaltung. Zudem haben es Ärzte und Rettungssanitäter sonst nur selten mit Schussverletzungen zu tun. Weiter sind die Einsatzkräfte in Amokfällen selbst psychischer Belastung ausgesetzt.

 

 

Quelle: http://www.suedkurier.de/region/schwarzwald-baar-heuberg/tuttlingen/Uebung-als-Praevention-fuer-Amokfaelle;art372539,5253364


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